Da ist es also – das knapp 300 Euro teure Softwarepaket „DVDfab“, welches einem verspricht, 1:1 Sicherheitskopien seiner legal erstandenen, liebgewonnenen HD-BLU-RAY und neuerdings auch UHD-BLU-RAY Titel auf seiner kostenintensiven NAS-Festplatte speichern zu können. Sämtliche Links verweisen zwar oft auf dvdfab.cn, aber der Online-Store, bei welchem ich das u.a. auch für den europäischen Markt entwickelte Produkt lizensiere, heißt erstaunlicherweise dvdfab.at – Wird in Österreich das Urheberrecht vielleicht nicht so sehr geschützt wie in Deutschland? Wer weiß…, mir auch eh egal. Ich will dieses Ding. Warte mal… – Warum möchte man überhaupt eine DVD oder Blu-Ray kopieren? Man hat sie doch schließlich original gekauft und man hat doch auch einen teuren Player hierfür. Also wozu das Ganze? Ganz einfach, damit ist es dann endlich möglich, Filme direkt zu starten.

Normalerweise läuft ein Filmabend ungefähr so ab: Nachdem man sich für einen Film entschieden- und die Disc eingelegt hat, muss man je nach Player zehn bis zwanzig Sekunden warten, bis die Disc geladen wurde. Dann muss man diverse FBI-Warnungen, Copyright-Hinweise, sowie Einblendungen der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) abwarten und dann gegebenenfalls noch Trailer kommender Filme des gleiches Filmstudios anschauen. Man kann all diese Clips natürlich nicht überspringen. Das wäre zu komfortabel für den Verbraucher. Danach muss man meist noch die Musik und Animation des Hauptmenüs abwarten, bevor man eeeeendlich auf Play drücken kann. HALT, warte – der Film startet in anderer Sprache – Verdammt, also nochmal den Player anhalten, nochmal ins Hauptmenü wechseln, auf deutsch umschalten und den Film dann erneut starten.

Wenn man Freunde eingeladen hat, die sich wie man selbst auf einen schönen Filmabend gefreut haben, kann das ziemlich nervig sein. Darum. Das war die kurze Antwort. Die lange Version der Antwort erspare ich mir hier. Per Paypal bezahlt, und gut. Das „Rippen“ (so nennt man das Kopieren eines Film-Mediums) dauert je nach Länge und Datenrate des Filmes und des verwendeten BD-Laufwerkes zwischen 20 und 60 Minuten. Erste unangenehme Feststellung: Während des Ripp-Vorganges sollte man an seinem Computer möglichst keine weiteren Applikationen geöffnet haben. Die CPU hat während des Vorganges eh immer viel zu tun, aber ein voreiliger Klick irgendwo anders hin, kann einem schnell mal das Resultat versauen. Und das soll ja schließlich für die Ewigkeit halten. Ich schreibe hier aus Erfahrung.

Screenshot von DVDfab in Aktion

Dateigrößen je nach Format

Ein gerippter Blu-Ray Film hat dann je nach Format unkomprimiert zwischen 25 und 60 Gigabyte (komprimiert zwischen 6 und 25 Gigabyte). Bei durchschnittlich zwei Stunden Filmlaufzeit macht das rechnerisch 28-56 Megabit pro Sekunde. Das ist auch der Grund, warum halt Blu-Ray im Heimkino trotz Netflix, Amazon, Sky, AppleTV & Co. noch immer die erste Wahl ist. Man hat einfach viel mehr Qualität im Bild und auch im Ton. Wobei die Qualität dieser Anbieter auch noch stark variiert. Die höchste Qualität hat AppleTV. Danach kommen Sky (trotz miserabler Software) und Amazon, und erst weit danach kommt der Streaming Pionier Netflix. Dieser hat allerdings die beste Bedienungsfreundlichkeit. Wobei diese Rechnung erstens stark vereinfacht ist und zweitens sich von heute auf morgen ändern kann. Aber zurück zur Blu-Ray bzw. Ultra-HD Blu-Ray.

4K UHD hat als Videostandard H.265 und die Datenrate liegt hierbei zwischen 60 und 120 Mbit/s. Also lediglich doppelte Datenrate trotz vierfacher Auflösung? Ernüchterung? Nein, denn das ist trotzdem schon mal ein ganz anderes Kaliber als eine herkömmliche Blu-Ray. Wenn man Pech hat und noch ein veraltetes 100 MBit Netzwerk nutzt, kann man 4K Filme (zumindest via Streaming) vergessen. Hier verpasste man dann allerdings einiges, denn die UHD-Filme unterstützen oft die objektbasierten Audioformate wie DTS:X oder Dolby Atmos. Und das ist nochmal ein kleines Stückchen geiler, wenn ein Flugzeug nicht nur links oder rechts neben Dir nach hinten fliegen kann, sondern auch quer über Dich.

Blu-Ray sichern also kein Problem. Bei den neueren begehrten 4K UHD Medien jedoch stieß ich auf neue Hürden, die die Filmindustrie den ehrlichen Konsumenten wie mir immer wieder in den Weg schmeißt. AACS 2.1 heißt diese neueste Hürde. Alle aktuellen Blu-Ray Laufwerke haben diesen Kopierschutz zwingend eingebaut. Das wusste ich nicht, denn ich hatte mich bis jetzt nie damit beschäftigen müssen. Das „Knacken“ jeglichen Kopierschutzes ist bekanntermaßen verboten, obwohl man als Eigentümer eines Mediums (eigentlich) das Recht auf das Anfertigen einer Privatkopie hat. Aber die Interessen der Filmstudios wiegen natürlich höher. Ja nee, is klar. Aber nach intensiver Recherche in diversen Foren ist aber auch hier eine Lösung verfügbar.

Um den Schutz legal zu umgehen ohne ihn illegal knacken zu müssen, benötigt man ein Laufwerk, welches diesen Kopierschutz gar nicht erst eingebaut hat. Und schon ist man raus. Die Liste dieser Laufwerke ist kurz. Sehr kurz. Eigentlich kann man noch nicht einmal von einer Liste sprechen, denn vom Softwarehersteller DVDfab wird nur ein einziges UHD-Laufwerk genannt, das LG WH16NS60. Darüber hinaus gibt es zwar noch eine Hand voll weiterer BD Laufwerke, die mit einer entsprechenden Firmware alle funktionieren könnten (!), aber offiziell ist das nicht. Genau deshalb liegt der Preis dieses einen in die Jahre gekommenen Laufwerkes auch derzeit bei unverschämten 250-300 Euro. Aber man will sein Heimkino ja perfekt haben und nicht einfach nur gut, also investiere ich widerwillig in ein sieben Jahre altes, gebrauchtes Gerät.

Was soll denn das? Hat die Industrie denn überhaupt nichts gelernt? Die (bösen) Menschen, die solche Filme illegal im Internet verbreiten wollen, hält man so eh nicht auf. Man ärgert lediglich die ehrlichen Menschen, die einen Film einmal oder öfter im Kino gesehen haben und ihn nachher zu Hause noch viele weitere Male anschauen wollen. Sind das nicht die, die die ganze Industrie überhaupt zu einem Großteil finanzieren? Immerhin zahle ich bei Amazon für eine 4K Blu-Ray stolze 32 Euro ohne Porto. Bei solchen Preisen rechne ich gerne mal in D-Mark um. Das wären knapp 62 D-Mark. Für einen Film, den ich im Kino bereits mehrfach gesehen habe. Geht’s noch? Ich schweife schon wieder ab, sorry.

Technisch gesehen unterscheiden sich 4K Filme übrigens gar nicht besonders von herkömmlichen Blu-Ray Medien. Es sind nur deutlich mehr (4x) Informationen auf einer Scheibe. Statt 25GB/50GB sind es 100GB/200GB bei UHD. Das müssen die Laufwerke lediglich erstmal wissen und können. Aber es ist keine grundlegend andere Technik wie damals HD-DVD vs. Blu-Ray, wobei hier ähnlich wie beim Formatkrieg Betamax vs. VHS die HD-DVD damals der Blu-Ray technisch überlegen gewesen wäre. Aber bei HD-DVD stand Microsoft (zusammen mit Toshiba) dahinter. Könnte etwas damit zu tun haben… 😉

Positive Überraschung: Ich hatte erwartet, dass man für ein 4K Ultra-HD Medium (4x so viel Daten) auch 4x so lange benötigt, die Privatkopie zu erstellen. Aber nach exakt 62 Minuten war der Vorgang beendet, ähnlich wie bei den herkömmlichen Blu-Ray Medien.

Nun habe ich lange genug beschrieben, dass man eine ganze Liste an Vorteilen hat, wenn man seine Filme von der Festplatte abspielt. Ich möchte aber auch die Nachteile nicht verschweigen. So schön es auch ist, das Hauptmenü der Disc nicht mehr abwarten zu müssen, so blöd kann es sein, dass man keine Kapitel mehr hat, zu denen man springen kann. Immerhin fragt der Player, ob man dort weitermachen möchte, wo man aufgehört hat. Das ist aber Player-abhängig. Und Bonus-Material wie Making-Of oder Outtakes gibt es dann natürlich auch nicht. Dazu könnte ich ja dann eben in den Keller gehen und die Original Disc holen. Aber so sehr ich mich auch bemühe, mir fällt wirklich kein weiterer negativer Punkt ein.

Für die Ripper-Software selbst ist in 26 kleine Teilprodukte aufgeteilt. DVD Copy, DVD Ripper, Blu-Ray Copy, Blu-Ray Ripper, UHD-Copy, UHD Ripper, UHD zu Blu-Ray, Blu-Ray Recorder Copy, Blu-Ray Recorder Ripper, Blu-Ray zu DVD, usw. – Jedes kleine Teilprodukt kostet 150, alle zusammen 300. Da kauft man natürlich direkt alle zusammen, logisch… Hat man das erstmal getan, läuft alles ziemlich flüssig, sofern man nicht zu viele Aufgaben gleichzeitig anstößt. Und es gibt sogar ein Tool („Smoother AI“), welches 1080p auf 4K- oder 24Hz auf 60Hz umrechnen kann. Ganz schön ausgefuchst. Erste Tests zeigen eine beeindruckende Qualität, die natürlich nicht an natives 4K herankommt, aber immerhin. Und außerdem ist mir das eh Wurscht, denn ich benötige die Software ausschließlich, um meine originalen Filme auf das NAS zu ziehen. So macht Heimkino Spaß!

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